Sebastian Kneipp kam 1821 in Stephansried bei Ottobeuren zur Welt. Seine Eltern waren arme Weber, der Bub musste früh mithelfen. Nach der Schule verdingte sich Kneipp als Knecht, doch ein Verwandter nahm sich seiner an und bereitete ihn aufs Gymnasium vor. In Dillingen wurde er aufgenommen und studierte später Theologie. Doch dann erkrankte er an Lungentuberkulose, damals ein Todesurteil. Sebastian Kneipp unterzog sich in der eiskalten Donau einer Wasserkur, nachdem er einschlägige Literatur gelesen hatte. Er wurde wieder gesund, und war nun von der Heilkraft des Wassers überzeugt. Zum Priester wurde Kneipp 1852 in Augsburg geweiht, neben diesem Amt heilte er nach seiner Methode. Ärzte und Apotheker zeigten Kneipp wegen Kurpfuscherei an, das kostete zwei Gulden Strafe. Als Hausgeistlicher in Wörishofen entfaltete er dann seine ganze Wirksamkeit: Wörishofen wurde Kurort und platzte aus allen Nähten; selbst Adelige und andere hochgestellte Persönlichkeiten wollten kneippen. Sogar der Papst gewährte dem Anwender der Wasserkur eine Audienz. Seit 1873 galt die Kurierfreiheit auch in Bayern, trotzdem hörten die Anfeindungen  nicht  auf,  in Wörishofen waren gelegentlich Brandstifter am Werk, Zeitungen hetzten gegen Kneipp und warfen ihm Profitgier vor.
Dann erkrankte auch der Heiler, gegen den Tumor im Leib konnten auch keine Wasserkuren mehr helfen. Sebastian Kneipp starb am 17. Juni 1897, er wurde 76 Jahre alt.
Heute existieren in Deutschland an die 600 Kneippvereine mit etwa 160 000 Mitglieder. Wörishofen darf sich seit 1920 Bad nennen, es gibt aber mehrere Kneippkurorte, wo Wasserkuren verabreicht werden. Seit 2010 gedenkt man an einem Sebastian-Kneipp-Tag des großen Heilers und Helfers.

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