Zu den bekanntesten Anwendungen der Hydrotherapie gehört die Wasseranwendung nach Sebastian Kneipp, dem Pfarrer aus Bad Wörishofen, der am 17. Mai 1821 in Ottobeuren geboren und am 17. Juni 1897 im Dominikanerinnen-Kloster in Wörishofen gestorben ist. Der „Wasserdoktor“, der mit seinen Wasseranwendungen weltbekannt wurde. Er nutzte das Wasser als Temperaturträger für kalte und warme Anwendungen.

 

Sebastian Kneipp gilt aber nicht Erfinder der Wassertherapie. Die erstmalige Anwendung der Hydrotherapie wird dem schlesischen Bauernsohn, Vinzenz Prißnitz (1799-1851), zugeordnet. Bald darauf wurde von dem Internisten Winternitz die Hydrotherapie mit seinen verschiedenen Temperaturen und Aggregatszuständen zu prophylaktischen und therapeutischen Zwecken in der Medizin salonfähig gemacht.

 

Sebastian Kneipp, an Tuberkulose erkrankt, übersiedelte als todkranker Student im Sommer 1849 nach München, um sich an der Universität München für den Studiengang „Philosophie“ einzuschreiben. In der Staatsbibliothek fand Kneipp seinen Lebensretter in Form eines Büch­leins von Dr. Siegmund Hahn mit dem Titel:

Unterricht von Kraft und Wirkung des frischen Wassers in den Leibern der Menschen, be­son­ders der Kranken bei dessen innerlichen und äußerlichen Gebrauch, welchen aus deu­t­lichen durch die Erfindung bestätigten Vernunft-Gründen erheilet.

Johannes Hahn, Phil. Medic Doktor und Practicus in Schlesien“

 

Kneipp nach seiner Heilung: „Durch die Hilfe des Wassers lebe ich noch“. Sebastian Kneipp wird nach zahlreichen Heilerfolgen weltberühmt und wurde sogar nach Rom beordert, um Papst Leo XIII zu heilen, der unter Schlaflosigkeit litt. Kneipp verfasste zahlreiche Bücher u.a. „Meine Wasserkur“, „So sollt ihr Leben“, „Mein Testament“, … Wasseranwendungen bzw. Hydrotherapie, finden auch in der modernen Medizin immer mehr Anklang. Zahlreiche neue wissenschaftliche Arbeiten bestätigen die Wirkung der Wasseranwendungen.

 

Kneippsche Güsse, Waschungen und Wickel erfahren eine Renaissance in der Medizin; nicht zuletzt dadurch, dass die moderne Medizin davon Abstand nimmt, bei jeder kleinen Erkältung mit der chemischen Keule zu antworten.

Auch zahlreiche Projekte die der Prävention, also der Vorbeugung dienen, wie Kneipp in Kindertagesstätten, Kneipp macht Schule, Kneipp in Senioreneinrichtungen werden vielerorts sehr gut angenommen und zeigen deutliche Erfolge.

Der Kneipp-Bund Bad Wörishofen gab diesbezüglich im Laufe der Jahre schon mehrfach Informationsmaterial an Senioreneinrichtungen, Schulämter und Kindergärten.

In Freising fand man im BRK-Kindergarten „PRINZENPARK“ ein offenes Ohr dafür und arbeitet derzeit an der Zertifizierung zum Kneipp-Kindergarten.

 

„Lernt das Wasser richtig kennen

Und es wird euch ein verlässlicher Freund sein“.

(Sebastian Kneipp)

 

Bereits im Dezember 1980 konnte der Kneipp-Verein Freising e.V. im Gesundheitszentrum „Kneippgarten“ unter anderem eine öffentliche Kneipp-Anlage zum Wassertreten und Arm­baden der Freisinger Öffentlichkeit anbieten. Leider ist der Betrieb aus Kosten­gründen nicht durchgehend möglich, da zur Beschickung der Anlage nur das Lebensmittel Trinkwasser zur Verfügung steht.

 

Am 9. Juli 2011 wurde die vom Kneipp-Verein erbaute und auch finanzierte Kneipp-Anlage in der Schleifer-Moosach beim Rosengarten der Öffentlichkeit übergeben.

Die Anlage wird von der Freisinger Bevölkerung mittlerweile geschätzt und viel genutzt.

  • Kneipp_Moosach1

 

„Das Wassertreten“ – der ideale Fittmacher im Vorbeigehen

(nicht für Nieren- und Blasenerkrankte)

Wirkung:

  • Stärkung des Immunsystems (Abhärtung)
  • Förderung des Venösen Rückflusses
  • Hilfe bei müden Beinen
  • Stoffwechselanregung
  • Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Hilfe bei zu hohem Blutdruck
  • Beruhigungs- und Einschlafhilfe
  • Abhilfe bei Fußschweiß

Durchführung:

Bitte beachten Sie die auf dem vor der Wassertretanlage aufgestellten Hinweisschild aufgeführten Punke zur richtigen Anwendung.

Ein PDF zu Kneippmöglichkeiten in Freising, sowie einige Übungen finden Sie in den Downloads unter "Kneippmöglichkeiten in Freising"

Zusätzliche Informationen